Mit einem Schlag in den Tag..

Blarksel_Logo_BeitragMit einem Schlag in den Tag..

.. das kann man durchaus wörtlich nehmen, wenn man -wie ich- eine Mimose ist. Worum gehts eigentlich? Ums wach werden, um Gesundheit, um Energie, um gute Laune. Tatsächlich kann man all das durch lediglich eine kalte Dusche am Morgen in Fahrt bringen. Und damit wird dann wohl auch klar, was ich mit dem 'Schlag' gemeint habe. :o)

Wie kommt man als Mimose oder Wärme-Liebender dazu, sich jeden Morgen dem blanken Horror zu stellen? Die simple Antwort: Neugierde. Schon immer mal las ich hier und da von der belebenden und gesunden Art des kalten Wassers. Hin und wieder ließ ich -frei nach Kneipp'schen Richtlinien- kaltes Wasser an die Beine. Dadurch blieben mir die oben angepriesenen Vorzüge, die sich wohl nur durch Ganzkörper-Anwendung erfahren lassen, aber noch immer verwehrt.

Also sprichwörtlich 'ins kalte Wasser gesprungen' und ausprobiert. Und seit vier Tagen nun beginne ich jeden Morgen mit einer kalten Dusche. Der erste Tag war furchtbar, ich versuchte es zunächst mit der 'Taste dich ran'-Methodik, bei der man in kleinen Schritten von Warm nach Kalt runterreguliert. Neben einem hohen Zeitverschleiß (dieses ewige Geziere! ^^) kommt das auch dem Wasserverbrauch nicht sonderlich zugute. Am Ende war ich zwar erfrischt, aber 'richtig' fühlte sich das irgendwie nicht an. Obwohl ich den Tag über aber ein ganz anderes Körpergefühl mit mir rumtrug. Fühlte sich angenehm an. Aber ich hatte die Temperatur nicht so weit unten das man es 'richtig' kalt nennen konnte; das ist wohl ein Problem dieser Herangehensweise.

Am zweiten Tag ließ ich dann von Beginn an kaltes Wasser durch; gleichmäßig gings dann (wechselnd von links nach rechts) von unten nach oben. Der erste kleine Schock trifft einen etwa auf halber Höhe (sehr empfindliche Gegend, klar), ist aber belebend und gut auszuhalten. Und im Gegensatz zum langsamen Abkühlen spürt man sofort, wie der Körper beginnt zu arbeiten, die Atemfrequenz steigt, das Blut rast. Und mit jedem Stück, das du weiter nach oben kommst, wird das stärker spürbar; und fühlt sich garnicht mal so schlecht an. Was das Atmen betrifft, muss man natürlich aufpassen - nicht gleich hyperventilieren; zusammenreißen und versuchen, ruhig zu atmen ist hier wünschenswert. Habe ich an dem Tag natürlich nicht geschafft. ;o)

Die größte Überwindung brauchts, den finalen Schwenker über die Schultern/Kopf zu machen. Aber gerade deshalb habe ich's auch endlich hinter mich bringen wollen. Während die Brust sogar noch relativ gut auszuhalten ist, wird der Moment, an dem man Schulterpartie nebst Rücken bearbeitet, zur Zerreißprobe. Sobald hier der erste Schauer kalten Nasses deine Haut berührt, willst du instinktiv aufhören / dich verkrümeln. Man ist sonst ja eher Schmusewärme gewöhnt - und sowas schreckt dann ziemlich ab.

Das kostet immense Überwindung - und stellt der Kopf sich wieder mal als größte Bremse raus: hey, es ist nur Wasser! Eisern bleiben; und hat man die ersten Liter erstmal über seinen Kopf/Oberkörper fließen lassen und spürt, wie sich die Energie durch dich arbeitet, der Stress sich langsam legt, will man das auch noch einen Moment länger aushalten. Am besten funktioniert das mit vorhin schon angesprochenem ruhigem Atmen. Hektisches Hecheln lässt sich anfangs nicht vermeiden; ich habe es auch erst heute (Tag 4) halbwegs hinbekommen, die Ruhe zu bewahren und damit gut eine Minute länger ohne Panik auszukommen.

Zu beschreiben, was diese kalte Dusche in einem auslöst (auch wenn sie vllt. nur 2o Sekunden dauerte) kann man kaum beschreiben. Man ist nicht einfach nur erfrischt. Man fühlt sich aufgeladen, voller Energie, spürt seinen Körper auf eine ganz andere Weise. Und das Tolle daran: dieses Gefühl hält den ganzen Tag über an.

Ich bin postiv überrascht und werde nun auch weiterhin jeden Morgen diese Prozedur durchführen. Auch wenn ich eine gewisse Zierde davor nicht ganz verleugnen kann, so wird es doch mit jedem Mal einfacher, die Kälte zuzulassen. Die Körperfunktionen scheinen sich zu verbessern, Müdigkeit kommt tagsüber kaum noch auf. Ebenso blieben die Nackenschmerzen, die ich sonst regelmäßig habe, seit den letzten vier Tagen aus (altes Stier-Leiden ;o)) und ich kann mich körperlich anstrengen, ohne groß zu schwitzen. Kurzum - es geht mir richtig gut.

Diese Schock-Dusche ist sozusagen ein täglicher Reboot.

Frische Grüße,
Blarksel

Und weil einem doch hin und wieder mal der Wunsch nach einem Schrei aufkommt, während man sich unter dem 'Todesstrahl' befindet, packe ich einen passender Song ran:

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