Poesie am Abgrund: Die Hexe..

Oder auch 'Tür-Ringen'. Damit ich endlich die Gedichte/Lesungen-Sektion gefüllt bekomme.

Ne Hexe haust tief drin im Wald,
der Regen fällt, durch Nebel grau.
Doch sterben ihre Füße bald;
was ist nur los mit dieser Frau?

Früher hatt' sie Bodenheizung,
doch kann sie selber nichts dafür.
Seit heute gibts 'ne Zehenreizung,
denn Wind pfeift unten durch die Tür.

Der Handwerker kam schon vorbei,
um sich ein Bild vom Ort zu machen.
Er tat ein wenig Spielerei,
und ging mit schallend lautem Lachen.

Ne Lösung muss, das wär' nicht schlecht,
herbei um dies Problem zu richten.
Und draußen klopft der bunte Specht,
derweil sich ihre Haare lichten.

Sie setzt sich an den Küchenkessel,
und braut im Zorn ihr Wärm-Gebräu.
Danach stakst sie erschöpft zum Sessel,
lässt fallen sich ins weiche Heu.

Wie sie nun danieder sitzt,
und sich grob Gedanken macht,
fühlt sie wie ihr Hintern schwitzt:
'wie hab' ich das denn hingebracht?'

Das Heu, oh Freude, ist doch möglich,
als Dämmung nutzbar, sonnenklar!
Da scheint nun die Vermutung löblich,
das es ein guter Einfall war.

Man sieht das Funkeln in den Augen,
die Zehen blau und krumm gefroren.
Sie stirbt beim Heu streu'n vor der Türe:
der Wind zischt nun durch ihre Ohren.

© by Blarksel™

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